NUREJEW - THE WHITE CROW

Kino
Datum: So, 10. Nov 2019 20:30

 

Alle Termine:


  • So, 10. Nov 2019 20:30
  • Di, 12. Nov 2019 18:00
  • Do, 14. Nov 2019 18:00
  • Sa, 16. Nov 2019 18:00
  • So, 17. Nov 2019 20:30
  • Mo, 18. Nov 2019 20:30
  • Di, 19. Nov 2019 20:30

Während der ebenso temperamentvolle wie attraktive Rudolf Nurejew (Oleg Ivenko) in seiner Heimat, der Sowjetunion, längst ein Star ist, blieben dem Balletttänzer Erfolge im Ausland lange verwehrt – bis er Anfang der 60er Jahre Gelegenheit bekommt, die beste Tanzakademie des Landes in Paris zu vertreten. Immerhin herrscht der Kalte Krieg und die Sowjetunion will nach außen hin Stärke zeigen, auch in der Kunst. Schon bald dreht sich sein Aufenthalt im aufgeschlosseneren Frankreich allerdings um weit mehr als nur um seinen Auftritt. Als er Clara Saint (Adéle Exarchopoulos) trifft, mit der er gemeinsam durch die Straßen schlendert und die westliche Welt in Museen und Jazz-Clubs kennenlernt, genießt Rudolf die kurzzeitige Freiheit in vollen Zügen. Er blüht regelrecht auf, was den KGB-Spionen, die ihm auf Schritt und Tritt folgen, allerdings so gar nicht schmeckt. Schließlich entscheidet sich der Star sogar, seiner Heimat gänzlich den Rücken zu kehren – und beantragt politisches Asyl.

Von Anfang an wird Nurejew als eine Urgewalt der Kompromisslosigkeit gezeigt, als junger Mann, der weiß, was er will und sich von nichts und niemandem aufhalten lässt. Eine Kompromisslosigkeit, die sich auch im Zwischenmenschlichen zeigt, selbst wenn das im Film nur eine untergeordnete Rolle spielt: „Du bist der egoistischste Mensch, den ich kenne“, stellt die sonst so geduldige Clara Saint fest, nachdem Rudi bei einem Besuch im russischen Restaurant ausfallend geworden ist. „Wenn du Entschuldigungen erwartest, bist du mit dem falschen Mann zusammen“, entgegnet dieser lapidar. Man könnte das unsympathisch finden, aber Fiennes geht – genau wie Clara Saint – sehr nachsichtig mit den Eskapaden seines Protagonisten um. Vor allem mittels Rückblenden, in denen er Nurejews Kindheit in Armut und ohne die Liebe des Vaters zeigt, weckt er Verständnis für die manchmal auch rücksichtslose Hartnäckigkeit, mit der Rudi sein großes Ziel verfolgt, sein früheres Leben endgültig hinter sich zu lassen.

Schließlich war es ja auch genau dieser Habitus, dank dem es Rudolf Nurejew letztendlich gelang, einem System zu entfliehen, an dem vor und nach ihm viele andere künstlerische Existenzen zerbrachen. Eine Erkenntnis, auf die Fiennes' Film 127 Minuten lang hinarbeitet und an der er spätestens am Ende keinen Zweifel mehr lässt.

Fazit: Mit seiner dritten Regiearbeit gelingt Ralph Fiennes das faszinierende Porträt eines Ausnahmekünstlers und zugleich eine mit viel Sixties-Zeitkolorit angereicherte Ode an das Ideal der (westlichen) Freiheit.

 

Genre:
Biografie, Drama
Regie:
Ralph Fiennes
Darsteller:
Oleg Ivenko, Adèle Exarchopoulos, Chulpan Khamatova
Filmlänge (min):
127
Altersfreigabe:
FSK ab 6 freigegeben
Produktionsland:
Großbritannien, Frankreich, Serbien
Erscheinungsjahr:
2019
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